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Die Kornnatter (Pantherophis guttatus) ist eine ungiftige Schlange aus Nordamerika. Mit einer Körperlänge ca. 120 bis 140 cm ist sie eher mittelgroß. Sie ist dämmerungs- und nachtaktiv und gehört zu den Kletternattern. Sie hat in den USA ein recht weites Verbreitungsgebiet. Hier sind noch mehr Infos  http://de.wikipedia.org/wiki/Kornnatter  aus wikipedia.

Diese Schlangen gilt als recht anspruchsloser Pflegling aber es sollten in jedem Fall die optimalen Bedigungen geschaffen werden. Nur weil die Schlange ihr Unbehagen nicht mitteilen kann und einen Haltungsfehler auch mal verzeiht, ist das kein Freibrief für schlechte Haltung.

Terrarium

Das Terrarium sollte ausreichend groß und hoch sein. Für eine ausgewachsene Kornnatter gelten 1,0 x 0,5 x 1,0 (LxTxH) multipliziert mit der Länge der Schlange als ausreichende Größe.  Wenn man weniger Breite bieten kann, dann sollte dieser Mangel an einer anderen Seite ausgeglichen werden. Man kann auch durch eine gut gestaltete und mit verschiedenen Ebenen versehende Einrichtung einen Platzmangel ausgleichen, da durch verschiedene Ebenen die nutzbare Fläche ja größer wird.

Für eine Jungschlange sollte eher ein kleines Terrarium gewählt werden. Ich ziehe meine Jungschlangen in Spinnenwürfeln groß. Diese sind zwischen 20 x20 x20 cm über 20x20 x30cm bis zu 30x30x30 cm groß und ist ein optimales zu Hause für eine Schlange bis zu  50-60cm Länge. Eine Jungschlange hat es gern klein und eng. Ich biete umgedrehte Tonblumentöpfe, aus der eine Ecke ausgebrochen ist als Unterschlupf an. Es sollte aber immer das Loch im Boden des Blumentopfes verschlossen werden, denn so manche Schlange bleibt nach der Mahlzeit darin stecken, weil sie vorher noch hindurchgepasst hat !!! Ich musste vor Jahren schon einen Blumentopf zerstören in dem eine Schlange festsaß.

Hier ein Bild von einem fix und fertig eingerichteten Aufzuchtterrarium incl. 2. Ebene und Wetbox.

 Die Temperaturen liegen zwischen 26-28°C tagsüber, wobei es auch einen Sonnenplatz von um die 30°C geben sollte. Nachts geht die Temperatur auf um die 20° €, was in der Regel bedeutet, dass die Beleuchtung einfach ausgeht und sich das Terrarium auf die nächtliche Zimmertemperatur abkühlt. Ich gleiche die Dauer der Beleuchtung immer ein bisschen an die Tageslänge an, was im Sommer eine längere Beleuchtung als im Winter bedeutet. Wenn es im Winter etwas kühler über Nacht wird, ist das auch kein Problem.

Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 45-65 %. Während der Häutung sollte die Luftfeuchtigkeit höher liegen, aber es genügt auch eine Wet Box anzubieten. Dies ist eine Box, in der feuchtere Bedingungen herrschen und die im Terrarium steht. Man muss die Box regelmäßig kontrollieren.

Hier Bilder von meinen OSB Terrarien 

Da die Kornnatter gern klettert ist es empfehlenswert, dass eine gewisse Höhe im Terrarium vorhanden ist, aber auch eine gut strukturierte Rückwand das Klettern ermöglicht. Es muss für die Schlange nutzbarer Raum zur Verfügung stehen. Einfach nur ein hohes Terrarium mit einem Ast bringt gar nichts, weil die Schlange dass nicht nutzt. Unten mein Terrarium im Wohnzimmer - siehe Bild unten ( 90 x 60 x 150cm Lx TxH). Durch die vielen Ebenen findet die Schlange immer den Platz, der ihr gerade passt - je nach Wärme, Kühle oder Schutzbedürfnis. Inzwischen sind noch eine Wurzel und Körbe als weitere Versteckmöglichkeiten dazugekommen.

Meine Schlangen liegen über den Tag verteilt immer an verschiedenen Plätzen, da sie  an verschiedenen Orten die optimalen Bedingungen haben. Ich hatte bei dem unten abgebildeten Terrarium zuvor nur die Verstecke auf der linken Seite und eine Höhle am Boden, was zur Folge hatte, dass die Schlange entweder in der Bodenhöhle lag oder in der Höhle oben links, die ursprünglich einen Blumentopf beherrbergen sollte. Jetzt sind auf den Ablageflächen auf der rechten Seite zusätzlich noch Körbe und eine Wurzel zum verstecken und nun sind die Schlangen immer an verschiedenen Orten im Terri zu finden.

Ernährung:

Kornnattern, die im Terrarium gehalten leben, werden in der Regel mit  Mäusen, Vielzitzenmäusen oder jungen Ratten ernährt. Die Futtertiere können lebendig oder auch eingefroren im Zoofachhandel gekauft werden. Die Größe des Futtertieres richtet sich nach dem Alter und der Größe der Schlange.

Wenn mehrere Schlangen in einem Terrarium gehalten werden sollten diese  getrennt und außerhalb des Terrariums gefüttert werden, da es sonst zu Streitigkeiten kommen kann und schlimmstenfalls 2 Schlangen das gleiche Futtertier fressen wollen. In zahlreichen Büchern über die Kornnatter gibt es Fotografieren was dann im schlimmsten Fall passieren kann...

Ob nun Frostfutter oder die Fütterung von lebendigen Tiere besser ist, muss jeder für sich entscheiden. Beides hat Vor- und Nachteile. Meiner Ansicht nach muss jeder selbst entscheiden was er möchte, da es den Tieren meiner Erfahrung nach meistens egal ist ob sie nun eine lebendige Maus jagen und sich ggf. beißen lassen, oder ob sie einer wackelnden aufgetauten Maus nachstellen.

Aber das ist wohl wie beim Menschen auch... Der eine will nur BIO-Produkte essen und dem anderen ist es egal - hauptsache leicht zu beschaffen und preiswert.

Nährere Infos zur Fütterung finden Sie auch unter  Fütterung

Winterruhe:

Man kann eine Winterruhe machen. Eine Variante ist die "warme Überwinterung" bei der die Schlange in ihrem Terrarium verbleibt und durch eine Verminderung der Beleuchtungsdauer oder Leistungssenkung der Beleuchtung eine Abkühlung und Ruhephase erzielt wird. Da meine Schlangen im Winter bei den kurzen Tagen meist von allein die Futteraufnahme reduzieren ist dies eine sehr einfach zu realisierende Maßnahme und hilft darüber hinaus auch noch Strom zu sparen. Die Schlange wird während dieser Zeit wesentlich weniger gefüttert. Für Jungschlangen im ersten Lebensjahr sollte grundsätzlich auf eine Überwinterung verzichtet werden.

Die "harte Überwinterung" bei gleichbleibenden kühlen Temperaturen um 5-15°C in einem separaten Raum muss im Vorfeld beachtet werden dass die Schlange die letzte Mahlzeit vollständig verdaut hat, sonst kann es zu Problemen kommen. Diese Art der Überwinterung ist für Kornnattern nicht zwingend erforderlich, da sie sich auch ohne diese Maßnahme problemlos vermehren und gesund bleiben. Aber es gibt auch die Meinung, dass es zum festen Rhythmus der Kornnatter gehört und daher eine Winterruhe erfolgen muss.

Ich selbst überwintere meine Tiere jetzt überwiegend bei Temperaturen um die 10-15°C in meinem Schlangenraum, wo ich relativ konstant diese Temperaturen halten kann. Die Tiere im Wohnzimmer machen weiterhin eine warme Überwinterung.  Während der Überwinterung wird nach und nach die Beleuchtungs- und Wärmedauer verkürzt und dann für 4-8 Wochen komplett ausgeschaltet. 

Erscheinungsbild:

 

Das äußere Erscheinungsbild der Kornnatter ist sehr variabel, wie man schon bei den auf dieser Homepage abgebildeten Tieren sieht. Es werden zahlreichte Farb- und Zeichnungsvarianten gezüchtet. Die meisten Züchter haben sich auf einige Farbvarianten spezialisiert und versuchen so gezielt bestimmte Farben zu züchten oder auch neue Farbvarianten zu finden.

Es gibt zum einen genetisch bedingte Farb- und Zeichnungsformen und es werden immernoch neue Kombinationen entdeckt und benannt. Genetik kann man dank der Mendelschen Gesetze und der Vererbungslehre berechnen. Dies ist eine hochinteressante Materie, wenn man sich erstmal erfolgreich durch die viele Theorie gekämpft hat...

Es gibt aber auch Farbvarianten die durch eine reine Auswahlzucht entstehen. Es werden Elterntiere verpaart, die die gewünschte Merkmale haben um diese zu verstärken. Diese Zeichnungen sind dann individuell und haben nichts mit der Genetik zu tun. Bei der Okeetee , die genetisch eine wildfarbenes Tier, wir angestrebt besonders breite schwarze Umrandungen um die Sattelflecke zu erhalten.  Hierbei ist dann Zufall und Glück gefragt um das gewünschte Ziel zu erreichen und es können immer wieder Tiere dabeisein, die eben nicht so perfekt sind, wie die anderen.

Es gibt im Internet zahlreiche Seiten über Kornnattern und die Farb- und Zeichnungsvarianten, daher bitte ich den Betrachter meiner Seite sich dort zu informieren.

Fortpflanzung

Es ist zwar sicherlich ein schönes Erlebnis auch mal Babyschlangen mit den eigenen Schlangen zu haben, aber man sollte vorab folgende Tatsachen bedenken:

  • Zur Inkubation benötigt man eine Inkubator - dieser sollte vor der Eiablage bereits bereitstehen
  • Habe ich Abnehmer für alle Nachzuchten?  Es gibt schon mal Gelege mit 25-30 Eiern und 100% Schlupfrate - das kann man im Vorfeld nie so genau sagen. Ein erstes Indiz wie viele Babys man bekommt hat man nach der Eiablage - aber auch über der Inkubation kann einiges schief gehen...
  • Im Falle einer Legenot kann es zu nicht unerheblichen Tierarztkosten kommen - ich kenne Halter die mehrere hundert € in die Operation und Nachbehandlung der Schlange investieren mussten - manchmal überleben die Schlangen das auch nicht (eigene Erfahrung)
  • Die Nachzuchten müssen bis zur Vermittlung artgerecht gehalten und aufgezogen werden - bestenfalls in Einzelhaltung um eine gute Kontrolle über die Entwicklung des einzelnen Tieres zu haben. Man benötigt also Boxen oder Terrarien für alle Tiere incl. Wassernäpfe, Verstecke etc....  Es kann mehrere Monate wenn nicht sogar Jahre dauern bis man alle Jungtiere vermittelt hat. Es kommen u.U. nicht unerhebliche Kosten für Unterbringung und Futter zusammen. Auch dies muss man einkalkulieren.
  • Es ist von großem Vorteil wenn man sich in der Genetik der Tiere auskennt um gezielt zu züchten, wenn man sich unter den oben genannten Umständen für Nachwuchs entscheidet. Wildfarbene Kornnattern ohne bekannte Erbanlagen lassen sich schwer vermitteln. Aber auch die gezielte Zucht von Farbvarianten ist keine Garantie dafür, dass die Jungtiere schnell ein neues Heim finden.

Weibliche Kornnattern sollen frühestens dann verpaart werden, wenn sie ein Gewicht von mindestens 300g erreicht haben. Eine Jungschlange schlüpft mit einem Gewicht von 6-10g. Es dauert bis zu 3 Jahre bis die weiblichen Kornnattern ein ausreichendes Gewicht erreicht haben um schadlos eine Verpaarung zu überstehen. Aber auch Tiere, die verfettet sind, neigen meiner Erfahrung nach mal zu Problemen bei der Fortpflanzung.

Die Produktion der Eier geht zulasten der Substanz der Schlange und wenn eine weibliche Kornnatter zu früh Mutter wird, dann kann es zur Legenot und daraus resultierend schlimmstenfalls zum Tod der Schlange kommen. Sollte es nicht zur Legenot kommen, kann die Schlange in ihrer weiteren Entwicklung zurückbleiben und nicht so groß werden, wie erwartet werden könnte. Ich würde einer versehentlich zu früh verpaarten Dame immer im nächsten Jahr eine Pause gönnen.

Kornnattern sind häufig bereits mit ca. einem Jahr geschlechtsreif. Es kann dann bei Gesellschaftshaltung bereits zu ungewollten Verpaarungen kommen und daher sollten die Tiere insbesondere in dem jungen Alter streng nach Geschlechtern getrennt gehalten werden !!!  Auch später ist eine getrennte Haltung sehr empfehlenswert um eine optimale Geburtenkontrolle zu gewährleisten.

Weibliche Schlangen, die geschlechtsreif sind , setzten in jedem Frühjahr Eier an (Ovulation). Dies ist völlig normal und kein Grund zur Panik - es gehört einfach zum normalen Zyklus der Tiere. Wird das Weibchen nicht begattet werden die Eier in der Regel vom Körper wieder resorbiert - im Einzelfall wird ein Wachsgelege abgesetzt. Dies ist von Tier zu Tier sehr unterschiedlich. Einem weiblichen Tier sollte aus diesem Grund aber immer eine Eiablagemöglichkeit - Wetbox - zur Verfügung stehen. Eine fehlende Wetbox kann eine Legenot begünstigen.

Männchliche Schlangen können ggf. auch schon eher zur Zucht herangezogen werden, da die Anstrengung für Ihren Organismus nicht so groß ist.

 

Quarantäne:

Jedes Tier, welches neu ein eine Bestand aufgenommen wird, sollte 6 Wochen bis 6 Monate in Quarantäne gehalten werden.  Auch Tiere aus einer augenscheinlich guten und gesunden Zucht können aufgrund des Stress beim Transport und durch den Stress den die neue Umgebung für die Schlange bedeutet Krankheiten ausbilden, die zuvor nicht bestanden bzw. erkennbar waren. Das Immunssystem wird durch Stress geschwächt - neue Erreger können auf die geschwächte Schlange treffen.

Im schlimmsten Fall ( leider musste ich ihn erleben) kann eine nicht eingehaltene Quarantäne zum Tod des Tieres und zur Erkrankung des Bestandes führen.

Aus diesem Grund sollte in jedem Fall eine Quarantäne in einem separaten Terrarium mit einfachster Einrichtung (gut desinfizierbares Terrarium oder Box, Bodengrund aus Zeitungspapier oder Küchenrolle und  wegwerf- oder gut desinfizierbare Unterschlüpfe etc.) erfolgen. Während der Quarantänezeit sollten mind. 2 Kotproben bei einem reptilienkundigen Tierarzt oder einem Labor untersucht werden um ggf. Parasitenbefall zu diagnostizieren und ggf, zu behandeln.

 

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